Wärmedämmung

Was hier zu sehen ist, hat natürlich herzlich wenig mit sinnvoller Wärmedämmung zu tun, auch wenn es sich bei dem weißen Gewöll um einen Dämmstoff handelt und dieser wohl auch mit den besten Absichten in diese Wand gestopft wurde. 

Entdeckt haben wir diesen Märchenwolle-Exzess bei der Renovierung eines Badezimmers. Als es an diesem Tag bei einem Gespräch auch um die Anforderungen an eine vernünftige Wärmedämmung ging, beglückte uns der am Neubau beteiligte Installateur mit der Aussage “Haja, stopfsch halt ä weng Dämmung nei”....Na dann....gute Verrichtung!..

So, jetzt aber ernsthaft zum Thema: Da im Grunde genommen nichts besser isoliert als eine stehende Luftschicht, sind das A und O bei der Wärmedämmung eine wind- und wasserdichte Außenhaut und die raumseitig zu verlegende Dampfbremse (oder -sperre). Mit welchem Dämmstoff der Hohlraum dazwischen verfüllt wird ist dabei erstmal nebensächlich, wichtig ist bei allen Komponenten die fachgerechte Verarbeitung.

    Am Beispiel einer Zwischensparrendämmung bedeutet das im Einzelnen:

  • Unter der eigentlichen Dacheindeckung (Ziegel) sollte sich eine 2. Ebene befinden, das sogenannte wasserführende Unterdach. Dieses kann z.B. aus einer Bretterschalung mit darauf stoßüberlappend verlegter und bestenfalls verklebter Unterspannbahn bestehen. Dieses Unterdach sollte übrigens auch ohne einen einzigen Dachziegel schon 100% wasserdicht sein und außerdem die äußere Winddichte gewährleisten.
  • Der Dämmstoff sollte fugenfrei, setzungsicher und dicht an alle angrenzenden anderen Bauteile gestossen eingebracht werden.
  • Die raumseitig zu verlegende Dampfbremse (oder Dampfsperre) hat dann 2 Funktionen: erstens Schutz des Dämmstoffs vor zwangsläufig entstehender Raumluftfeuchtigkeit, zweitens innere Winddichtung. Um beides auch zu können, muß die Dampfbremse ebenfalls stoßüberlappend verlegt und verklebt werden; Anschlüsse an bestehende starre Bauteile müssen zwingend dicht verklebt werden.

Denjenigen, die jetzt meinen, das sei alles Blödsinn, sei empfohlen, an einer x-beliebigen Stelle ein Loch in eine fertig verlegte Dampfbremse zu schneiden und die Hand hinein zu stecken: die in der Dämmebene spürbaren Luftbewegungen sagen mehr als tausend Worte.

Der von uns bevorzugte Dämmstoff sind  aus Altpapier hergestellte Zellulose-Flocken. Diese werden nach dem Verlegen der Dampfbremse hochverdichtet in die bestehenden Hohlräume eingeblasen. Dieses Verfahren bietet (speziell im Altbaubereich) die Gewähr für tatsächliche lückenlose Verfüllung der zu dämmenden Bereiche, da die Flocken tatsächlich auch bis in die letzten kleinen Spälte vordringen und auch an z.B. handgehauenen Balken dicht anschliessen. Außerdem kann dieser Dämmstoff im Vergleich die günstigste Energiebilanz bei der Herstellung vorweisen und kommt obendrein aus der Region, aus Dogern bei Waldshut.

Die in “Häuslebauer-Magazinen” wie “house and more” etc. immer wieder auftauchende Aussage, Zellulose sei erstens teurer und zweitens in der Verarbeitung aufwändiger als andere Dämmstoffe trifft übrigens nicht zu. Ob ein Hohlraum vor oder nach dem Verlegen der Dampfbremse verfüllt wird macht definitiv keinen Unterschied, und auch beim Preis ist die Flocke durchaus konkurrenzfähig: 1 m² fixfertig eingebrachter Zellulosedämmung liegt bei einer Dämmstärke von 18 cm bei ca. 15 Euro. Wer irgendwann in seinem Leben schon mal Mineralwoll-Dämmkeile oder gar Homathermplatten oder Schafwolle passgenau zugeschnitten hat, müsste jetzt eigentlich hellwach werden.....

“Platten und Filze aus Mineralstoff sind wunderbar geeignet, um damit Dachflächen und Außenwände zu dämmen, für Zelluloseflocken gilt dasselbe.Allerdings kann man die Filze aus Mineralwolle zwischen die Dachsparren klemmen, die Zellulose dagegen muss in einen eigens geschaffenen Hohlraum eingeblasen werden, das ist aufwändiger und teurer.”

house and more 1/07, S. 69

Bei der Wärmedämmung mit Zellulose arbeiten wir eng mit den Herren Rohr und Waldukat von der früheren “schreinerei3” zusammen.

In der Regel werden die Vor- und Nebenarbeiten von uns ausgeführt, das Einblase der Zellulose wird dann -meist “just-in-time” von einem der beiden übernommen.

Die auf der Schnittzeichnung dargestellte Zwischensparrendämmung gibt es nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Realität. Wer also nach dieser Menge Information immer noch Interesse am Thema hat, kann sich gerne noch das Webalbum dazu anschauen....